Schulung zur Biosicherheit und Anwendung von Biocheck: ein risikobasiertes Bewertungsinstrument für die Biosicherheit in Tierfarmen
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Am 22. und 23. Januar 2020 veranstaltete die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Gent eine sehr lehrreiche und interessante Schulung zum Thema Biosicherheit und deren Verwendung Biocheck, ein Instrument zur Bewertung und zum Benchmarking der Biosicherheitsmaßnahmen in Tierfarmen. Das Training balancierte gut aus theoretischen Einsichten mit praktischem Training und Feldbesuchen in einer Abferkel- und Broilerfarm, um den Einsatz des Biocheck zu üben.
Fünf Prinzipien zur Biosicherheit
Prof. Jeroen Dewulf, Leiter des Lehrstuhls für Epidemiologie, begann die Schulung mit einem Vortrag über die fünf Hauptprinzipien der Biosicherheit und praktischen Beispielen, um diese Prinzipien zu veranschaulichen und zu respektieren, um zu verhindern, dass Krankheiten in den Betrieb gelangen und sich dort ausbreiten. Die Prinzipien sind:
- Verhinderung des direkten und indirekten Kontakts zwischen potenziell infektiösen und anfälligen Tieren
- Nicht jeder Übertragungsweg ist gleich wichtig, daher ist nicht jede Biosicherheitsmaßnahme gleich wirksam
- Verringern Sie den allgemeinen Infektionsdruck auf dem Bauernhof, um das Immunsystem der Tiere zu belasten
- Größe ist wichtig, was bedeutet, dass, obwohl Biosicherheit in jedem Betrieb wichtig ist, in größeren Betrieben das Risiko und die negativen Folgen von Krankheitsausbrüchen viel größer und schwerer einzudämmen sind als in kleineren Betrieben.
- Häufigkeit ist wichtig: Die Häufigkeit von Ereignissen oder Aktionen auf dem Bauernhof bestimmt die Risiken. Ein Ereignis oder eine Aktion (z. B. Futterwagen, der Futter liefert) mit einer geringen Wahrscheinlichkeit, die Farm pro Besuch zu infizieren, kann ein erhebliches Risiko für die Farm darstellen, wenn sie häufig erneut auftritt.
Als nächstes prof. Dewulf erläuterte diese Prinzipien und geeignete externe und interne Biosicherheitsmaßnahmen ausführlicher anhand praktischer Beispiele für die Schweineproduktion.
Bewertung und Benchmarking der Biosicherheit mit Biocheck
Der letzte theoretische Teil des ersten Tages konzentrierte sich auf die UGhents Biocheck. Dieses innovative risikobasierte Bewertungssystem kann den Biosicherheitsstatus des europäischen Viehsektors erhöhen, da es das erste System ist, das die Biosicherheit von landwirtschaftlichen Betrieben in der Schweine-, Geflügel-, Milch-, Rind- und Kalbfleischproduktion quantitativ bewertet und bewertet. Die Checkliste bewertet die Biosicherheitsmaßnahmen des Betriebes und berücksichtigt die relativen Risiken verschiedener Infektionsübertragungswege, die zu einem Gesamt-Biosicherheits-Score von 100 für den Betrieb sowie zu detaillierten Scores für die externe und interne Biosicherheit führen. Das höchste Detail der Bewertung bietet Landwirten und Tierärzten sofortigen Einblick in Maßnahmen zur Verbesserung sowohl im Bereich der externen als auch der internen Biosicherheit.
Am Nachmittag wurde die Theorie zur Biosicherheit im Allgemeinen und zur Verwendung des Biochecks durch einen Besuch in einer Abferkelfarm mit tausend Sauen und als Lehrbuchbeispiel für das Management der Biosicherheit in der Schweineproduktion gut veranschaulicht. Hier hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, den Biosicherheitsstatus eines Betriebes mithilfe des Biochecks zu bewerten.
Tag 2: Fokus auf Geflügelproduktion

Der zweite Trainingstag konzentrierte sich auf die Biosicherheit bei Geflügel und insbesondere auf die Broilerproduktion. D r Nele Caekebeke konzentrierte sich zunächst auf bestimmte Aspekte der Biosicherheit in der Geflügelproduktion. Anschließend mussten die Teilnehmer die Biosicherheitsmaßnahmen in bestimmten Broilerfarmen entwerfen und verbessern.
Die Geflügelausbildung wurde mit einem weiteren Feldbesuch in einer integrierten Broilerfarm abgeschlossen, in der die Teilnehmer die Biocheck-Bewertung in der Broilerproduktion üben konnten.
Kontaktieren Sie uns, um mehr über Biosicherheitstraining zu erfahren
Wenn Sie sich für das Biocheck-Bewertungssystem interessieren oder an ähnlichen Schulungen zur Bewertung und Verbesserung von Biosicherheitsmaßnahmen teilnehmen oder diese organisieren möchten, wenden Sie sich bitte an Prof. Jeroen Dewulf.

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