Wie kann das Management der klinischen und subklinischen Mastitis durch Sensorsysteme unterstützt werden?
Aktuelle Sensorsysteme zielen darauf ab, Kühe mit abnormaler Milch oder Mastitis zu erkennen. Obwohl sie bei der Erkennung klinischer Mastitis möglicherweise weniger genau sind als die visuelle Erkennung, bieten Sensorsysteme den Vorteil mehrerer Messungen pro Tag. Die Erkennung von Mastitis sollte jedoch eher unter dem Gesichtspunkt der Interventionsperspektive (Managementunterstützung) als auf der Grundlage klinischer Mastitis-Paradigmen erfolgen.
Kühe mit schwerer klinischer Mastitis müssen so schnell wie möglich identifiziert und richtig behandelt werden. Sensorsysteme sollten eine sehr hohe Empfindlichkeit (mindestens 95%) aufweisen, kombiniert mit einer hohen Spezifität (mindestens 99%) innerhalb eines engen Zeitfensters (maximal 12 Stunden), um sicherzustellen, dass nahezu alle Kühe mit echten Fällen schnell erkannt werden. Da sehr kranke Tiere möglicherweise keinen Melkroboter besuchen, müssen Erkennungsalgorithmen zusätzliche Daten berücksichtigen, nicht nur Milchsensordaten.
Kühe, die keine sofortige Aufmerksamkeit benötigen, haben das Risiko, zu einer schweren klinischen Mastitis zu gelangen. Sie sollten jedoch die Möglichkeit haben, unter genauer Überwachung spontan zu heilen. Bei Kühen, bei denen das Risiko einer chronischen Mastitis besteht, ist eine Intervention erforderlich, die zu Produktionsverlusten und einem erhöhten Risiko der Übertragung von Krankheitserregern führt. Sensorwarnungen sollten eine angemessene Empfindlichkeit (mindestens 80%) und eine hohe Spezifität (mindestens 99.5%) aufweisen. Das Zeitfenster kann relativ lang sein (ca. 7 Tage). Zusätzliche Aktionen können weitere Diagnosetests enthalten.
